Die Taschenlady – oder müßen Networker verkaufen können?

Keine Frage wird unter Networkern so heftig diskutiert wie die ob man als Networker auch verkaufen muss. Wer jetzt im Direktvertrieb tätig ist wird kaum verstehen worum es geht, denn diese Frage stellt sich hier nicht, da Verkauf ganz klar vor Sponsoring steht.

Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel über Starterpakete, Mindestumsätze & Co. und stellte diesen auch in ein bekanntes MLM Forum. Und man brauchte nicht lange zu warten bis eben die Diskussion sich um das Thema Verkauf gedreht hat. Ein Kollege von mir, Mercy, der auch einen Blog betreibt stellte diese Frage ebenfalls: Muss ein Networker verkaufen können? Und die Antworten der Kollegen, die krampfhaft vermieden das Wort verkaufen zu benutzen waren schon lesenswert.

Aber nicht nur bei uns in Deutschland wird dieses Thema im Network kontrovers diskutiert, auch in den USA ist dies ein Thema. Bereits seit einigen Jahren gibt es eine kleine Gruppe Networker, die geführt von einer Frau dafür plädieren das man auch im Networking ganz klar verkaufen muss.

Warum fragt man sich fällt es Networkern so schwer zu sagen das man Produkte verkauft?

Wenn Du schon ein Mal mit einem Networker gesprochen hast wirst Du vielleicht gehört haben das man sich ein Konsumenten Netwzwerk aufbaut oder das man Produkte weiter empfiehlt oder das man Produkte mit anderen teilt. Und diese Menschen sollte man dann am besten gleich als Partner registrieren und dann sei es auch kein Verkauf (welch böses Wort), wenn man ihnen die Produkte empfiehlt.

Ein viel gebrachtes Argument der „Wir verkaufen nichts“ Lobby ist auch immer wieder das man wenn man in Urlaub fährt  oder krank ist nichts verkaufen kann. Kann man nicht? frage ich dann immer?

Also ich kann, denn ich kann gar nicht anders als eine Steilvorlage annehmen, wenn ich sie schon bekomme. Seit ich im Network bin sind meine Handtaschen riesig. Als ich Parfüm und Kosmetik verkaufte hatte ich immer einen oder zwei Parfümtester in der Tasche und ein paar Produktproben und Kataloge, die ich einfach weiter geben konnte. Denn mal ehrlich, egal wo ich bin, die Menschen um mich rum sind doch nicht scheintot. Man redet miteinander, über das Wetter, die Kinder, was man beruflich macht und man wird doch auch schon Mal gefragt „Mensch ist das ein toller Nagellack, wo hast Du den denn gekauft?“  Oder „Wo hast Du das Parfüm her? Das riecht ja göttlich“

Und dann soll ich sagen: „Tut mir leid, kann ich Dir nicht sagen, ich bin im Urlaub“? Heutzutage haben wir als Networker es doch wirklich einfach auch im Urlaub unsere Bestellungen schnell und einfach per Internet aufzugeben.

Als ich eine ähnliche Antwort im MLM Forum gab hat einer meiner größten Kritiker was den Verkauf angeht eine herrliche Antwort geschrieben, bei der ich auch jetzt schmunzeln muss:

Ullrike fragt. Ich wittere ein Geschäft. Wie aus dem nichts, zaubere ich meine Ausrüstung hervor. Auf dem Tisch, auf dem bis vor kurzem nur zwei Drinks standen, erscheint sofort das Probe-Set samt allen dazugehörigen Infoblättern und Katalogen. Meine Gesprächspartnerin ist beeindruckt. Kaum hat sie sich versehen, schon stehe ich in voller Montur neben einem Aufsteller, auf dem ein Meister-Designer das neue Unternehmenslogo gekonnt auf der richtigen und unübersehbaren Stelle platziert hat.
Das Ambiente ist perfekt. Jetzt nur nicht falsch machen. Meine Präsentation kenn‘ ich gut. An jedem Satz ist genug geübt worden. Die Workshops und Seminare werden sich nun bezahlt machen. Na endlich! Welch Glück, dass ihr meine Brosche aufgefallen ist! Hat ja auch lange gedauert. Fast hätte ich geglaubt, dass hier ein Usus sein müsste, Broschen zum Bikini zu tragen. Aber nein. Uff! Sie hatts gesehen. Gut. Soll sie doch ruhig wissen, welch ein tolles Sortiment wir haben!
Ullrike hat es sichtlich die Sprache verschlagen. Kein Wunder, einen so gut vorbereiteten Networker hat sie wohl nicht erlebt. Gut so. Moment, hieß sie wirklich Ullrike? Ach, was soll’s. Es wird schon. Den Namen werde ich versuchen zu meiden.
Nach einer Stunde:
Yeah! Yeah! Yeah! Ullrike hieß tasächlich nicht Ullrike, sondern Ursula. Aber nicht schlimm. Sie hat gekauft. Klasse! Wahnsinn. Gott, bin ich gut.
Mensch wird das eine Geschichte! Ich kann kaum erwarten, sie meiner Downline zu erzählen. Gleich mach‘ ich meinen Blogeintrag. Sollen sie doch auch etwas lernen.
Kaum vorstellbar, wie weit ich schon wäre, wenn die Faulpelze auch mal etwas mehr Engagement zeigen würden…
Wahrscheinlich haben sie im Urlaub nur Erholung im Kopf. Und dann beklagen sie sich noch, dass sie kein Erfolg haben! Mann mann mann!

Danke an Waldek Burzinski, das ich diese Geschichte hier verwenden darf.

Natürlich hat Waldek das ganze sehr überspitzt dargestellt, nicht mal in meine große Handtasche passt ein Aufsteller rein, aber unser 3 Tages Kundenkonzept, ein paar Proben und Erfahrungsberichte habe ich auch heute immer dabei. Und sicher texte ich auch niemanden 1 Stunde lang zu, ich gebe meine Proben ab, meine Visitenkarte und die Erfahrungsberichte, hole mir (sehr wichtig) die Telefonnummer meines Gesprächspartners und sage das ich mich in 3 Tagen wieder melde wenn ich darf.

Beim Gespräch finde ich dann heraus ob mein Gegenüber ein potentieller neuer Partner ist, oder eben „nur“ ein Kunde. Wenn er „nur“ zum Eigenbedarf bestellen will biete ich ihm an Premiumkunde zu werden, wenn er sagt: He, da kenn ich gleich 10 Leute die da auch Interesse dran haben, dann biete ich ihm eine Partnerschaft an.

Der Kunde ist für mich kein Trostpreis, er ist die logische Weiterführung meiner Online Arbeit, bei der ich Partner suche. Denn  Kunden sind für mich der Motor in diesem Geschäft und sie helfen mir einen stabilen monatlichen Umsatz zu haben, unabhängig von dem was meine Downline macht.

Hier habe ich eine Buchempfehlung für alle die sich mehr mit diesem Thema beschäftigen wollen: „Wenn mein Produkt so gut ist, weshalb kann ich es dann nicht verkaufen?“ http://www.mlm-training.com/kimklaver/?partner=sbaumer

Wie ist Deine Meinung zu diesem Thema? Verkaufen: Ja oder nein?

LG

Silke Baumer

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Ein Gedanke zu “Die Taschenlady – oder müßen Networker verkaufen können?

  1. Klaus Pirner schreibt:

    Hallo Frau Baumer…ich bin auch Vertriebspartner 🙂 natürlich versucht man ein Netzwerk um sich aufzubauen,da verdient man ja sogesehen mmit ohne etwas zu tun,ABER, wer denkt das ist einfach,dann ist das Falsch.Erstmal steht der Verkauf im Vordergrund, erst nach und nach kann man den einen oder anderen begeistern.Viele sehen dies aber leider als Schneeballsystem, es gibt viele „schwarze Schafe“ in der Branche daher ist dies heute nicht mehr so einfach und rein Networkarbeit ist nicht möglich.

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