Kennen Sie jemanden… oder wie ein Workshop zur Satire wurde

Eigentlich habe ich schon eine Menge Seminare in meinem Networkerleben besucht und auch als Referentin teilgenommen. Also sollte es kein Problem sein mal etwas neues zu probieren. Das ich dabei mit dem einfachen Satz „Kennen Sie jemanden….“ jedoch so eine Kontroverse und Aufregung verursachen würde, ich hätte es nicht gedacht.

Aber am Besten beginne ich wohl von vorne, damit Sie sich ein Bild machen können. Seit einiger Zeit bin ich durch ein Buch und Gespräche und Diskussionen in Foren zu der Überzeugung gekommen das Networker auch mehr Augenmerk auf den Direktvertrieb und den Verkauf Ihrer Produkte legen sollten. Schwer beeindruckt haben mich hier Jessica und Jens, die mit Reinigungsprodukten und einem bescheidenen Team von nur 250 Partnern ein stabiles 5-stelliges Einkommen verdienen.

Hinzu kamen Berichte das die Zahlen der Vertriebspartner im Networking weltweit rückläufig seien.

Also habe ich alles an Informationen aufgesogen die ich über Verkaufen im Networkking finden konnte und probiert wie es funktioniert. Der nächste Schritt war logischerweise der, jene Berater meines Teams um mich zu scharren die verkaufen wollten und mit Ihnen einen Workshop mit dem Thema „100 Kunden in 100 Tagen“ zu machen.

Das es am Anfang nicht allzu viele Berater sein würden die dabei mitmachen war auch klar, schließlich ist der echte Kunde im Network ja eher ein Trostpreis.

Also gesagt getan und am letzten Wochenende nach Hamburg gefahren und einen Workshop gemacht. Oder wie soll ich es sagen? Versucht einen zu machen. 😉 Die ersten Irritationen gab es darüber das dies tatsächlich ein Workshop sein sollte in dem es um Kunden und Produkte ging und nicht darum Berater zu finden. Irgendwie sind Networker auf dem „Kundenohr“ etwas taub, was ich sehr gut verstehen kann.

Als dies dann bei allen ankam waren einige doch etwas enttäuscht, aber bereit auch was neues zu lernen. Es gab einen regen Austausch an Erfahrungen mit Produkten und Kunden und alles hätte gut sein können bis… ja bis ich beim Erstellen des Erstkontakte Skripts als Schlußsatz folgendes darbot:

Kennen Sie jemanden der………

Weiter kam ich nicht, weil einer der Teilnehmer erregt aufsprang und sagte: „Nein, hier ist Schluß, das kann ich nicht sagen, das geht nicht, da mache ich nicht mehr mit!“

Er gab uns dann sehr anschauliche Darstellungen seines Erstkontakte Skripts mit dem Schlußsatz : Kennen Sie jemanden… Und er machte es so übertrieben das uns fast die Tränen kamen vor lachen. Er ist der Meinung das es besser ist dem Kunden wie in der Steinzeit den Knüppel auf den Kopf zu schlagen und als Schlußsatz zu nehmen: Hast Du daran Interesse oder willst Du es mal probieren.

Und wissen Sie was? Er hat recht! Diese ganzen Skripts, die einem vorschreiben was man sagen darf und was nicht, die können nur eine Richtschnur sein, sie dürfen dabei den Menschen nicht verbiegen.

Denn ich selbst gebe es zu, auch ich habe Probleme damit mich an diese Skripts zu halten. Ich finde meine Produkte nämlich absolut mega geil und gigantisch. Auch etwas das ein Berater nicht sagen soll. Begeisterung ja – aber bitte ohne Superlative und Verkäuferjargon. Wissen Sie was? Das kann ich nicht, ich kann nicht absolut clean und steril meine Begeisterung ausdrücken. Geht nicht, das bin ich nicht. Genau wie jener Berater nicht der „Kennen Sie jemand…“-Typ ist.

Am Montag las ich dann einen Artikel in einer Frauenzeitschrift die einem den Unterschied zwischen „puppenlustig und peinlich“ für Frauen im fortgeschrittenen Alter von über 40 Jahren erklären wollte. Und da stand drin: Das Frauen über 40 peinlich sind wenn sie sagen: „Wie geil ist das denn“ oder „Heute bin ich super drauf“

Das brachte mich auf den Gedanken, das diejenigen die solche Regeln aufstellen es eventuell nicht böse meinen, aber von sich selbst ausgehen und das ich noch zu jung für eine Frauenzeitung die sich an offenbar halbtote 40-jährige wendet bin, genauso wenig wie ich meine Haut abstreifen und Verkäuferin sein kann.

Mein Fazit aus diesem Workshop: Wir haben unheimlich viel gelernt voneinander (vor allem das wir so bleiben wollen und dürfen wie wir sind um Erfolg zu haben), wir hatten echten Spaß und ich finde es supertoll wie doch jeder etwas für sich mitgenommen hat.

Ich habe gleich Montag damit begonnen neue Kunden zu finden und obwohl es wirklich toll lief, ich bin immer noch kein Verkaufsterminator. Ich kann es einfach nicht lassen die Leute darauf hin zu checken ob sie nicht doch als Berater in Frage kommen.
Wie könnte ich auch nicht, wenn die Besitzerin eines Nagelstudios sofort die Duftdrehscheibe schnappt und beginnt ohne das ich was sage mit ihren Kunden Parfüms zu mischen. Wenn sie mich fragt ob man da nicht bei ihr im Studio auch Duftpartys machen könnte? Mal ehrlich, wenn würde es da nicht in den Fingern jucken einen Sponsortermin zu machen? Ich konnte nicht widerstehen und so habe ich nach Ostern einen Sponsortermin mit ihr und noch ein paar anderen….

Die Herausforderung hieß: 100 Kunden in 100 Tagen und wissen Sie was? Ich werde es nicht schaffen 😦 Ich bin einfach kein Verkäufertyp, ich muss sponsern, ich bin einer dieser Network Dinos – aber ich fühle mich supergut dabei!

LG

Silke

P.S. die Frauenzeitschrift landete im Altpapier und das Buch im Regal, es sind gute Anregungen drin, aber ich werde für mich und meine Berater nur das rausnehmen was passt und uns Spaß macht.

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